Bedeutung: Die Wallfahrtskirche “ Die Wies” wurde von dem berühmtesten süddeutschen Architekten Dominikus Zimmermann im Baustil des Rokoko 1745-54 erbaut. Das Besondere bei der Wieskirche ist, das das Oval des Kirchenschiffes, welches normalerweise deutlich erkennbar ist, hier bei der Wallfahrtskirche Wies mit dem Raumteil des Chores in einer Einheit verschmolzen ist. Weiterhin verbinden sich in diesem Sakralbau die Stuckdekorationen, weißgefaßten
Holzskulpturen und Fresken zu einer perfekten Architektur. Damit verbindet sich der höfische Stil des Rokoko mit der Tradition der Handwerkskunst, welche sich bis ins Mittelalter verfolgen lassen. Kurzbeschreibung: Der Hauptraum wird durch ein Rechteck, an das 2 Halbkreise angefügt sind, bestimmt. Acht in diesem Raum eingestellte Pfeilerpaare tragen die Flachkuppel, so daß ein schmaler Umgang entsteht. Die Abstände zwischen den Pfeilerpaaren sind in den Diagonalen geringer
als in den Hauptachsen. Während die Querachse lediglich durch risalitartige Mauerverstärkungen im Aussenbau schwach markiert ist, ist die Westseite durch eine halbkreisförmig vorschwingende Halle mit darüberliegender Orgelempore betont. Auch der im Osten anschliessende langgestreckte Chor ist von einem Emporengang umgeben, der Altar in 2 Geschossen übereinander angeordnet und auch in der Tiefe gestaffelt. Am Kopfende des Chors verbindet der Turm das
Priesterhaus gelenkartig mit der Kirche. Die ausserordentliche Pracht der Innenraumwirkung steht zu dem bescheidenen Aussenbild in einem merkwürdigen Kontrast. |