Die sog. Torhalle (auch Königshalle) in Lorsch ist das älteste zur Zeit noch erhaltene Bauwerk aus der Zeit Karl des Großen in Deutschland. Die von Karl d. Großen zum Reichskloster ernannte Beniktiner Abtei wurde 768 erbaut.
Der untere Raum des 2-geschossigen Gebäudes diente wohl als Halle für Amtshandlungen der Kaiser, die sich oft in Lorsch aufhielten. Die im oberen Geschoss liegende Kapelle war dem Erzengel
Michael, als dem Schutzheiligen des Reiches, geweiht.
Kurzbeschreibung:
Die reiche und trefflich erhaltene Gliederung der beiden Langwände versucht antike Details nachzuahmen.
Die 3 nebeneinanderliegenden Rundbogenöffnungen der Halle werden von Halbsäulen mit korinthischen Kapitellen gerahmt, die einen schmalen Fries tragen. Der Oberbau ist durch flache ionische Wandpilaster in 9 Felder gegliedert, die von einer eigenartig anmutenden Dreiecksgiebeln abgeschlossen
werden.
Den Abschluss gegen das ursprünglich flachere Dach bildet ein Konsolgesims. Die Wände sind mit wenig Gefühl für die tektonische Gliederung durch verschiedenfarbige Steinplatten reich belebt. Ein Band übereckgestellter Platten ist zwischen den Bogenöffnungen und den Zierfries eingeschoben.