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Baustile & Epochen

Barock ( 1600 - 1770)

Der Barock ist der Stil der abendländischen Kunst im Zeitalter des Absolutismus vom Ende der Renaissance bzw. des Manierismus bis zum Klassizismus (ca. 1600 bis ca. 1770).

Der Name kommt aus dem Goldschmiedehandwerk, wo barocco (port.: Steinehen) ursprünglich eine schiefrunde Perle bezeichnete; in der Sprache der Klassizisten des ausgehenden 18.Jh. wird barock zum abwertenden Ausdruck für alles Schwülstige und Absonderliche. Die Bezeichnung Barock ist nicht für alle europ. Länder in gleichem Maße anwendbar, da die durch die Renaissance wiederaufgenommene Verwendung antiker Bauformen und Baugedanken in Frankreich im 17. Jh. (Le Vau, Versailles), in Italien im 18. Jh. ( Fontana, Juvarra), in England vom frühen 17. Jh. ( Jones) bis zum frühen 18. Jh. ( Wren, Hawksmoor, Vanbrugh) und im Norden Europas eine Fortentwicklung erfuhr, die man als barocken Klassizismus bezeichnen könnte.

Hauptkennzeichen des Barock sind bewegte, kraftvolle plastische Formen, Vorliebe für geschwungene Linien (auch im Grundriss) und komplexe Raumkompositionen, Hervorhebung der Haupträume durch Kuppeln, Einbeziehung des Lichtes, der Skulptur, der Malerei und des Stucks in die Gesamtplanung und ihre Verschmelzung zu einem Gesamtkunstwerk, oft mit stark theatralischen Akzenten; Freude an Prachtentfaltung durch Verwendung von wertvollen Materialien wie glatt poliertem oder imitiertem Marmor, Gold oder Silber bei Stuck und Altargerät, Erzeugung von Lichtreflexen durch raffiniert angeordnete Fenster; im Schlossbau, der im Barock eine mit dem Kirchenbau gleichrangige Bedeutung erlangte, durch Spiegel und spiegelndes Parkett.

Die Schlossanlage entspricht dem Repräsentationsbedürfnis des Absolutismus: Betonung des Haupttraktes durch Mittelrisalit und eine grossräumige Treppenanlage, die zum im 1. Stock befindlichen Festsaal führt, der sich nach vorn häufig zum Ehrenhof, nach rückwärts in eine weiträumige, geom. Muster bildende Gartenanlage ( Le Nôtre), nach den Seiten in eine Enfilade öffnet. Der Barock verbreitete sich, von Italien ( Michelangelo, Bernini) ausgehend über ganz Europa, wobei in der ersten Phase (Frühbarock) überall ital. Baumeister und Handwerker bestimmend waren. In der zweiten Phase (Hochbarock) kam es unter dem Einfluss einheimischer Künstler zu nationalen Sonderformen (Deutschland, Österreich, Tschechoslowakei, Spanien, Portugal, Frankreich, Grossbritannien, Ungarn). Italien und später Deutschland und Österreich wurden für den Kirchenbau, Frankreich für den Schloßbau (Versailles) zum Vorbild. Aus der Abwendung des frz. Adels von den Prinzipien des Absolutismus noch zu Lebzeiten Ludwigs XIV. entstand in Paris eine neue Form des Stadtpalastes, das sog. Hôtel (Hôtel Lambert, 1642; Hôtel de Matignon, beg. 1721, etc.) mit einer Vielzahl gleichberechtigter, intimer kleiner Räume, die mit verschwenderischer Eleganz ausgestattet wurden.

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